Warum IE wirklich zu gar nichts taugt … oder: Warum IE saugt

Aktuelles Highlight: Microsoft empfiehlt, mit dem IE auf keine Links zu klicken.

Der Microsoft Internet Explorer — kurz auch IE oder liebevoll Internet Exploder genannt — hat einige Problem, die ihn für den Nutzer auf der einen Seiten und den Webautor auf der anderen problematisch machen. Die folgende Liste zeigt nur einige Bugs und Probleme (diese betreffen zum großen Teil nur die Windows-Version, während die Mac-Version mehr richtig macht, IE7 scheint inzwischen einige der Fehler beseitigt zu haben) und ist sicher alles andere als vollständig. Hinweise hierzu nehme ich gerne entgegen.

Neben den Problemen fehlen auch zahlreiche Features eines Webbrwosers, die einem das Leben ungemein erleichtern. Zu nennen sind hier etwa Type-Ahead-Search, ein Password-Manager, ein Popup- und Sonstige-Ärgernis-Blocker, Tab-Browsing, Unterstützung moderner Webstandards etc.

Eines der nervigsten Probleme ist, dass man eigentlich nie weiß, ob IE noch lebt, da er oftmals keinerlei Reaktion auf eine Eingabe (z.B. einen Klick auf einen Link) zeigt. Nach einiger Zeit passiert dann doch noch was. Die Statusleiste ist dafür wohl nicht gedacht, wozu auch, die wird ja eh oft ausgeblendet. Auch sonst findet sich dort der Hinweis, dass bereits alles fertig sei. Man wundert sich, warum man nichts sieht. Einige Zeit später kommt dann doch noch was. Der Stop-Button hilft auch nicht weiter, da er niemals anzeigt, dass IE was tut. Verschärft wird das noch dadurch, dass Fehler regelmäß gar nicht erkennbar sind: Angeblich ist der Browser fertig (was eben nichts heißen muss) und eine Fehlermeldung wird auch nicht angezeigt, noch schlechter als die völlig nutzlose Standardfehlerseite mit nicht funktionierenden Links.

Der Text in dieser Tabelle wird nun im IE nicht vollständig sichtbar sein. Er liegt teilweise außerhalb des Bildschirms und scrollen geht nicht.

Der Text in der Tabelle rechts wird nun im IE nicht vollständig sichtbar sein. Er liegt teilweise außerhalb des Bildschirms und scrollen geht nicht.

Es kann auch mal vorkommen, dass man vertikal nicht scrollen kann, wie eine Testseite beweist.

Auch in anderen Fällen wird einfach Text unterschlagen — im sichtbaren Bereich!

Dieser Text sollte in der Breite auf 36 em begrenzt sein. Statt dessen wird die gesamt Bildschirmbreite ausgenützt, da IE die Angabe einer Maximalbreite nicht unterstützt.

Diese Tabelle sollte ebenfalls 36em breit sein. Dies setzt sich wie folgt zusammen: je 1em für den Rahmen links und rechts, je 2em Padding links und rechts plus 30em für den Inhalt. IE hingegen legt Rahmen und Padding nach innen, so dass der Inhalt nur 24em hat. Für die Details vgl. den Box Model Hack. Richtig als Breite ist die Breite des blauen Strichs unterhalb.
 
Microsoft Internet Exploder

Das Exploder-Logo sollte oben rechts in der Ecke stehen und dort auch bleiben.

Der Text in diesem Absatz sollte so groß sein wie in den anderen auch. Wenn man sich mit Ansicht->Schriftgrad spielt, sieht man, dass dem nicht so ist.

Es kann auch mal passieren, dass beim Überfahren eines Links plötzlich die Formatierung eines Absatzes vergessen wird.

IE-Nutzer lieben es, auf URLs mit Backslash zu linken, etwa so: a\b.html. IE zeigt dann die falsche Seite an.

Öffnet man ein neues Fenster, so geschieht das mit der URL des Fensters, von dem aus man das tut. Bei dynamisch erzeugten Seiten kann dabei der Inhalt neu angefordert werden, was u.U. verheerende Folgen hat, so kann man z.B. aus einer Homebanking-Anwendung fliegen, die dies für einen Angriff hält.

Formularinhalte gehen auch sehr schnell verloren. Drückt man etwa versehentlich auf die falsche Taste und springt eine Seite vor oder zurück, sind die mühsam eingegebenen Daten unwiederbringlich verloren. Richtige Webbrowser merken sich den Inhalt, so dass man weiterarbeiten kann, wenn man zum Formular zurückkommt.

Links in neuen Fenstern öffnen sich auch dann nicht maximiert, wenn das aufrufende Fenster maximiert ist.

Popups muss der IE-Nutzer ertragen und kann sie nicht unterbinden. Noch dazu lassen sie sich oft nicht vernünftig benutzen, da sie ggf. keinerlei Bedienelemente enthalten.

Nebenbei neigt IE dazu, auch HTML-Kommentare anzuzeigen. Das hier ist ein Kommentar. Daher kannst Du ihn nicht sehen.

Freude hat man auch, wenn IE abschmiert. Da er so toll in das Betrübssystem integriert ist, fliegt einem auch mal der Boden unter den Füßen weg.

Microsoft Internet Explorer 6.x Solution StatusWas die Sicherheit angeht, so empfiehlt nicht nur Microsoft immer mal wieder die Abschaltung der Scripting-Funktion, auch der c't-Browsercheck und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik tun dies. Angesichts diverser ungepatchter Sicherheitsprobleme (besonders findig ist hier Georgi Guninski) vielleicht gar keine dumme Idee. Dies wird aber dank völlig unklarer Bezeichnungen zur echten Herausforderung.

In verschiedenen Demonstrationen zeigt Heise, dass IE beliebige Programme ausführt, sowie weitere Sicherheitsprobleme. Einige Fehler waren Microsoft seit langem bekannt und wurde erst mit erheblicher Verzögerung behoben, den Schaden hatten die Nutzer. Jeder IE-Nutzer sollte die Tests ausprobieren, um entsprechende Maßnahmen zu treffen (Sicherheitseinstellungen ändern oder einen Webbrowser nutzen). Ein besonderes Highlight zur Unsicherheit liefert Microsoft selbst, indem sie empfehlen, keine Links anzuklicken. Da macht Surfen mit IE richtig Spaß, wenn man — so die Empfehlung weiter — Adressen stets händisch eintippt.

In diesem Zusammenhang fällt noch auf, dass IE nicht einmal in der Lage ist, Text anzuzeigen, wie diese Links zeigen: mime.txt und vbscript.txt. Schön ist auch dieses Bild, das nur IE anzeigen kann: Tassenhalter. Microsoft hält das natürlich nicht für einen Bug. Und IE zeigt auch "Bilder" an, die keine sind: [kaputtes Bild].

Aber auch mit echten Bildern hat IE so seine Mühe. PNG-Transparenzen wollen einfach nicht richtig funktionieren.

Bilder, die mit der Webseite ausgeliefert werden, kann er auch nicht: This site was created with vim.

Und als ob das alles noch nicht genug wäre, belügt IE seinen Nutzer. Er fälscht Fehlermeldungen, so dass man das eigentliche Problem nicht mehr finden kann. Oder man wird einfach zu Microsoft-Seiten geleitet, wenn IE was nicht findet.

Vielleicht hilft ja folgendes:

<!--[if gte IE 5]>
<style type="text/css">
  body {visibility:hidden;}
</style>
<![endif]-->

Und nicht vergessen: The first time you'll get a Microsoft product, that doesn't suck, will be the day they start producing vacuum cleaners. (unbekannt)

Fehlermeldungen zu IE bitte direkt an Microsoft.

Weitere Seiten, die IE alt aussehen lassen:


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© Boris 'pi' Piwinger, August 11, 2014